Trolle

Trolle. Die Welt ist vol­ler Trolle.

Sie sind trau­ri­ge Kreaturen, die nichts zu Wege brin­gen, kei­ne Selbstachtung besit­zen und unfä­hig sind, sich kon­struk­tiv am Leben der Gemeinschaft zu betei­li­gen. Sie sit­zen im Stillen und har­ren dar­auf, dass sie den Menschen in ihrem Umfeld Schaden zufü­gen kön­nen. Am ein­fachs­ten schaf­fen sie das im Dunstkreis von mensch­li­chen Schwächen. Sie rie­chen es, sie spü­ren es, wenn ein ande­rer Fehler begeht und stür­zen sich unver­mit­telt dar­auf. Sie nut­zen die­se nega­ti­ve Kraft und wet­tern, gei­fern und gif­ten. Sie son­dern ekel­haf­ten Schleim ab, der übel riecht und jeden, der in des­sen Nähe gerät ein­ver­leibt und mit sich zieht. Wehrt man sich dage­gen, wird umso mehr Galle ver­sprüht und man ent­kommt die­ser fast nicht mehr. Schafft man es den­noch, ver­stärkt dies nur den Unmut und den Selbsthass der Trolle, die dar­aus neue Energie schöp­fen, die sie mit Wucht gegen all jene schleu­dern, die strah­lend, hilfs­be­reit und beja­hend durchs Leben gehen.

Als Kinder waren sie die­je­ni­gen, die ande­ren die Sandburgen zer­tre­ten haben, weil sie es nicht schaff­ten eben­so krea­tiv und künst­le­risch zu sein. Sie sind es, die die Schöpfungen ande­rer beschmut­zen, weil der Neid ihren Selbstwert zer­fres­sen hat. Sie streu­en Wut und Zerstörung, weil sie nicht ertra­gen kön­nen, dass ande­re Schönes, Nützliches und Lebenswertes her­vor­brin­gen. Sie kon­stru­ie­ren ihre eige­ne Wahrheit, indem sie schwarz­ma­len, dis­kre­di­tie­ren, denun­zie­ren, um die ande­ren schlech­ter erschei­nen zu las­sen als sie selbst. Sie erhe­ben sich über jeden und alles, in dem Irrglauben etwas Besseres zu sein. Dabei wis­sen sie im Stillen, dass sie ledig­lich klein, grau und elend sind. Das spornt sie an. Statt ihren fal­schen Ehrgeiz in pro­duk­ti­ve Energie zu wan­deln, tram­peln sie die Saat der ande­ren nie­der und lachen dabei, als sei es nur ein Spiel. Ein Spiel, des­sen Regeln sie gemacht haben. Ein Spiel, wel­ches außer ihnen nie­mand spie­len will.

Man kann sich ihnen kaum erweh­ren. Sie lau­ern in dunk­len Gassen, in jeder­manns Rücken. Sie sprin­gen Dich von hin­ten an und zer­krat­zen Dir die Haut. Sie spu­cken Dir in die Augen, sie schla­gen Dich ins Gesicht. Sie hau­chen Dir hei­ßen Atem durch­setzt mit Speichel und Gift ent­ge­gen. Sie hof­fen und war­ten, dass Du Dich ihnen ganz und gar ergibst. Sie sind über­all. Kein Platz in der Gesellschaft ist ohne sie. Ob im Privaten, auf der Straße, im Virtuellen, in der Politik, über­all gie­ren sie wie durs­ti­ge Zecken auf einen Wirt, in den sie ihren ver­seuch­ten Stachel drü­cken kön­nen. Niemand braucht Trolle. Trolle brin­gen nichts vor­an. Trolle sind die Nachgeburt der Natur.

Trolle. Die Welt ist voll davon.

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