Aromatische Weihnacht

Polycyclische aro­ma­ti­sche Kohlenwasserstoffe. Eine Wortkombination, die durch­aus eine mor­bi­de Poesie ent­hält. Und es klingt ja eigent­lich auch ganz harm­los. Zumindest harm­lo­ser als die Abkürzung PAK.

Doch wenn man so etwas in Adventskalendern fin­det und das auch noch in der Adventszeit (na ja, wann sonst!), dann muss man sofort in der Medientrommel rüh­ren und die Menschen so rich­tig ver­un­si­chern. Wer nach den schö­nen drei Worten noch Luft in den Lungen hat, ruft direkt noch „krebs­er­re­gend” und „Skandal” hin­ter­her. Doch spä­tes­tens dann hat man kei­ne Puste mehr und es ver­hallt erst ein­mal im Medienecho und bleibt hart in den Ohren der Betroffenen lie­gen, die betrof­fen dar­über nach­den­ken, ob sie die­se „Horror-Adventskalender” ihren Kindern geben sollen.

Wer einen neu­en Atemzug nimmt, erwähnt ganz neben­bei, dass poly­cy­cli­sche aro­ma­ti­sche Kohlenwasserstoffe (*lufthol*) eben im den Adventskalender umge­ben­den Recyclingpapier gefun­den wur­den, wel­che die aro­ma­ti­sche Schokolade im Inneren des Kalenders gefähr­det und im logi­schen Schluss auch den Verzehrer der Schokolade sobald sie ins Innere des­je­ni­gen gelangt. Nicht ganz so harm­los das Zeug. Wahrlich nicht.

Hier wol­len wir aber kurz inne­hal­ten und ein wenig vor uns hin atmen. Dabei wird jeder, der nicht nur wei­ter­at­met, son­dern auch wei­ter­denkt zwei­fel­los dahin­ter kom­men, dass wir nicht nur Adventskalender in wie­der­ver­wer­te­tes Papier ver­pa­cken. Der Großteil unse­rer Waren und auch Lebensmittel sind mit Recyclingpappe hübsch her- und ange­ri­chet. Mitunter wischen wir uns mit Altpapier den Hintern ab. Und wer neben atmen und den­ken auch liest und sich infor­miert, weiß viel­leicht, dass PAK (das kann man mit einem kur­zen Luftstoss sagen) schon bei Berührung mit der Haut hoch­gra­dig krebs­er­re­gend sein soll.

Und jetzt? Aufhören zu essen, was so verPAKt ist?

Besser man hört auf zu atmen. Aber das haben wir ja wohl auch bald hin­ter uns, wenn die Maya recht behal­ten sollen.

Mehr Sorgen mache ich mir in der Advents- und Weihnachtszeit eigent­lich wegen der aro­ma­ti­schen Kohlenhydrate. Eine nicht min­der gefähr­li­che Sache. Diese sind näm­lich hoch­gra­dig fett­zel­len­er­re­gend. Vor allem in der nähe­ren Umgebung der Hüfte und des Bauches. Aber bei sol­chen Meldungen könn­te man ja auch mal fest­lich Fasten.

In die­sem Sinne.

Aromatische Weihnachten.

Kommentare

  • Ich habe mich gera­de die­se Woche gefragt, wo denn der nächs­te, längst über­fäl­li­ge Lebensmittelskandal bleibt. Ich mei­ne sonst kann man sich doch auch her­vor­ra­gend auf die Medien ver­las­sen. Dabei war er direkt vor mei­ner Nase. Der Adventskalender....
    Wie konn­te gera­de ich die Schokolade nicht als Lebensmittel erken­nen? Gehört sie doch zu dem, was mich täg­lich u.a. am Leben hält. 

    Darauf öff­ne ich doch gleich mal Türchen Nr. 6. Vom Discounter-Schoko-Adventskalender, ver­steht sich.

    • Genaugenommen sind sämt­li­che pro­fit­ori­en­tier­te Handlungen des Menschen skan­dal­träch­tig. Aber man pickt sich ja nur die zur Jahreszeit pas­sen­den heraus.
      Übrigens schnei­den beim TEST-Test ins­be­son­de­re die höher­prei­si­gen Anbieter noch schlech­ter als die Discounter ab. Obwohl „hoch­wer­ti­ge” Schokolade angeb­lich beson­ders rein sein soll. Aber beim Verzicht auf poten­ti­ell krebs­er­re­gen­de Schokostückchen aus dem Adventskalender blei­ben ja noch genü­gend ande­re krank­ma­chen­de Lebensmittel übrig.
      Guten Appetit.