Allzugemeinbildung

Neulich in der Schlange beim Bäcker.

Eine Frau mit Hund steht in der Schlange vor mir.

Ein Junge kommt mit einem Fahrrad herangefahren.

JUNGE
(zur Frau in der Schlange)
Wo hast Du den Hund gekauft?

FRAU
(schaut ihn fragend an)

JUNGE
Wo hast Du den Hund gekauft?

FRAU
Eine Stunde von hier weg.

JUNGE
(schaut die Frau fragend an)

FRAU
Wenn ich das nun sage, weißt Du sowieso nicht wo das ist.
(nennt den Namen eines Ortes, den ich mittlerweile vergessen habe)

JUNGE
(schaut die Frau etwas dümmlich an und fährt davon)

FRAU
(schaut dem Jungen dümmlich hinterher)

Die Schlange bewegt sich weiter, ich kaufe meine Brötchen und bin zum Frühstück wohlgestimmt, dass die deutsche Jugend es tatsächlich noch schafft, in all dem Überangebot an Informationen aus den unterschiedlichsten Kanälen einen Weg zu finden, sich mit unnützen Fragen noch unnützeres Wissen anzueignen.

Der (fremde) Junge weiß nun von der (ihm vermutlich fremden) Frau, woher ihr (fremdartiger) Hund stammt, auch wenn er diesen (fremden) Ort womöglich niemals in seinem Leben besuchen wird. Vielleicht wird er seinen Kindern irgendwann erzählen, dass er weiß, wo man fremdartige Hunde kaufen kann. Und seine Kinder werden ihn befremdlich anschauen und in eine Nervenheilanstalt einweisen.

Ich versuche nun all diese Informationen wieder zu vergessen, aber ich wollte Sie wenigstens darüber in Kenntnis wissen.

Kommentare

  • Klasse! Vom Thema her hätte das auch von Kishon geschrieben sein können. Ich seh das direkt vor mir, vor allem den affektiert-verwirrten Ausdruck der Frau und den dümmlich-wissenwollenden Blick des Kindes. Mehr von sowas bitte! 🙂 Bin entzückt, mein Bester!

    LG

    Frau Thor / Caro

    • Oh, mit Kishon verglichen zu werden ist sicher zuviel der Ehre, aber trotzdem danke, Caro.
      Ja, das Leben schreibt bekanntlich die schönsten Geschichten, wenngleich diese schon wieder so belanglos ist, dass ich sie hier zum Besten geben musste. Yadayadayada eben. 😉

  • „Der ganz normale Wahnsinn.“