7. Türchen: Entschleunigen Sie. JETZT!

Ich glaube zwar nicht an diesen Hokuspokus, aber gemäß der Genesis ruhte dieser „Gott“ am siebten Tag von den Strapazen der Erschaffung eines ganzen Universums in der auch die Erde enthalten ist. Jeder kann glauben, was er will, dennoch ist dies eine gute Metapher, die nicht nur auf die Woche und den Sonntag zutrifft, sondern auch auf das Jahr.

Die Weihnachts- und Adventszeit sollte die Zeit der Entschleunigung sein. Nicht nur im Geiste und nicht nur an den paar freien Tagen, die uns gewährt werden. Es würde uns allen gut tun und keineswegs schaden, wenn die Menschen zurückfahren würden, bei ALLEM was sie tun. Eine Art Winterruhe. Weniger arbeiten, weniger hetzen, weniger ärgern. Einfach vom Gas gehen und über das, was hinter einem liegt reflektieren.
Mir kommt es jedoch vor, als müsse man noch alles kurz vor Toresschluss abarbeiten, erledigen, fertigstellen. Oftmals Dinge, die man das ganze Jahr nicht in der Lage war abzuschließen. Auf Biegen und Brechen. Sowohl im Job, wie auch privat.
Nichts ist wichtiger als das Leben selbst und das läuft auch ohne geschäftiges Treiben weiter. Nur eben manchmal auch ohne uns. Doch viele glauben, jetzt noch schnell ein Projekt beginnen zu müssen, Berge einzureißen, Mächte zu bewegen und wundern sich, dass der Stress direkt zu Beginn des folgenden Jahres wieder auf Vollgas fährt. Scheiß auf Krisen und das andere Gedöns. Ich will Ruhe. Ganz im Sinne Peter Lustigs „Abschalten“.

Leider klappt es nicht. Nicht so wirklich. Weil man auch von anderen getrieben wird. Man selbst kaum die Chance hat sich „rauszuziehen“ aus dem Strom. Ich plädiere dafür, dass uns alles mal den Buckel runterrutschen soll. In den letzten drei Wochen eines Jahres laufen uns die Krisen und Sorgen nicht davon. Aber wir können vielleicht neue Energie sammeln, um sie besser bewältigen zu können.
Jeder kann versuchen in seinem eigenen kleinen Universum für weniger Stress zu sorgen. Und vielleicht wirkt sich das auch auf die anderen aus.

Los doch. Kommt zur Ruhe. JETZT!

Kommentare

  • Toller Aufruf, spricht mir aus der Seele. Manchmal scheint es mir, als ob wir uns nur noch darüber definieren können, wer das meiste nebenbei macht und den größten Stress auf der Arbeit hat. Wir haben ja alle so unglaublich verantwortungsvolle Jobs und sind absolut und unersetzbar. Genau.

    Bei mir scheint es dieses Jahr sogar mal zu klappen. Alle Geschenke sind besorgt und für kurz vor Weihnachten stehen noch ein paar Tage Urlaub an. Die Firma kann mich mal.

    Ich wünsche dir, dass auch du etwas runterkommen kannst. Man liest sich.

    Gruß, Danny