Süßer, die Glocken!

Ich bin ein tole­ran­ter Mensch. Behaupte ich.

Ich tole­rie­re Subkulturen, die sich schrill klei­den oder schrä­ge Musik hören.
Ich tole­rie­re frem­de Kulturen. Sogar in mei­nem Joghurt.
Ich tole­rie­re ver­rück­te Hobbies. Sogar Bauchnabelflusensammeln.
Und vor allem tole­rie­re ich Religionen.

Ich muss nicht immer ver­ste­hen, was ande­re so tun oder wie sie es tun. Solange sie mich damit in Ruhe las­sen, kann jeder (fast!) alles machen was er will.

Nun tut die christ­li­che Kirche, ganz gleich ob evang­lisch, katho­lisch, pro­tes­tan­tisch, opus­deisch, grie­chisch-ortho­do­xisch, bap­tis­tisch oder mor­mo­nisch eben was sie will. Mit dem ein­zi­gen Unterschied, dass sie mich damit nicht in Ruhe lassen.

Sie bim­meln.
Pünktlich.
Ab sechs Uhr.
Jeden Tag.
Auch Sonntags.

Und pünkt­li­ches Bimmeln täg­lich ab sechs Uhr auch Sonntags ist jen­seits der Grenze mei­ner Toleranz.
Wieso läu­ten um sechs Uhr mor­gens an einem Sonntag ver­dammt noch mal die Glocken? Und war­um bim­meln sie dann auch noch alle hal­be Stunde bis 11 Uhr? Doch nicht etwa um die Gläubigen in die Kirche zu locken?
Wahrscheinlich hören das Gebimmel sowie­so nur jene, die unter der Woche früh auf­ste­hen, um zur Arbeit zu fah­ren und die dann am Sonntag ein­fach mal aus­schla­fen wol­len. Wenn es sein muss den gan­zen Tag.
Diejenigen, die sowie­so in die Kirche gehen, hal­ten sich sehr wahr­schein­lich an den dafür vor­ge­se­he­nen Termin und müs­sen nicht erst her­bei­ge­bim­melt werden.

Traditionen sind gut, solan­ge sie sinn­voll sind und mir nicht auf den Wecker gehen. Aber die­se Bimmel-Tradition (was ande­res kann es kaum sein) ver­ste­he ich nicht, will ich nicht, geht mir auf den Wecker.

Lasst die Kirche von mir aus ger­ne im Dorf, aber das Bimmeln braucht kei­ner mehr.

Kommentare

  • Dazu emp­feh­le ich das Buch: Millionär von Tommy Jaud bzw. das gött­li­che Hörbuch vor­ge­le­sen von Christoph-Maria Herbst. Eine Kirche in Köln spielt dar­in eine klei­ne Nebenrolle.