Nicht auf fruchtbaren Boden fallen lassen

Ich möchte diesen Blog eigentlich nicht benutzen, um mich an politischen Ereignissen und Diskussionen zu beteiligen. Doch müssen ein paar Gedanken zum aktuellen Fall „Sarrazin“ aus meinem Kopf.

Herr S. polemisiert auf eine Weise, die es schwer machen wird ihm Volksverhetzung und Rassismus vorzuwerfen.
Einen Großteil seiner Aussagen werden „untermauert“ durch Zahlen, die ein „normaler“ Bürger nur schwer be- bzw. widerlegen kann. Die Inhalte dessen bekommen damit eine stärkere Relevanz insbesondere für nicht weitblickende und unkritische Menschen.
Seine „biologistische Weltsicht“ könnte durchaus Dreh- und Angelpunkt für eine weitere Klage gegen Volksverhetzung sein, doch ist es zu vage, um daraus vorschnell ein positives Ergebnis im Sinne freiheitlich denkender Menschen zu erhoffen.
Hinzu kommt, dass sich die hiesige Politik in einer Zwickmühle befindet, da sie in der Tat diesem Herrn bis dato zuviel Aufmerksamkeit gezollt hat. Ihn ziehen zu lassen birgt gefährliches Potential, dass er genügend Befürworter um sich scharen könnte.
Ihn jedoch länger an jener Position zu behalten, könnte dem bis heute wieder mühsam gewachsenen Ansehen Deutschlands gegenüber dem Ausland unter Umständen schmerzhaft schädigen.

Es gibt bestimmt eine Menge Menschen in Deutschland, die genauso denken, wie Sarrazin es auszusprechen wagt. Doch bedeutet das noch lange nicht, dass dies Rechtens ist.
Nur weil eine genügend große Zahl an eine bestimmte Sache glaubt, ist diese noch lange nicht mit Gesetz und Ethik vereinbar. Genausowenig wie vor rund 70 Jahren.

Jenes Gedankengut, wie es ein Herr Sarrazin öffentlich und ohne Skrupel vertritt, steht nicht im Einklang mit jenem globalen Zusammenwachsen der Menschen. Sie ist aus meiner Sicht sogar schlichtweg dumm.
So etwas darf auf keinen Fall auf fruchtbaren Boden fallen, sonst sehe ich uns schneller wieder am Beginn eines dunklen Zeitalters, wie wir es nicht mehr haben dürfen.

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