Ich glaub’, ich steh’ im Wald...

...und die Rehlein sagen ’DU’ zu mir.”

Hatte ja ges­tern bereits kurz berich­tet, daß wir ohne Hilfsmittel im Rheinhessischen Dschungel waren. Oder bes­ser „nur” mit ana­lo­gen Hilfsmitteln.
Und es soll­te eben kei­ne Wanderung auf den dafür vor­ge­se­he­nen Wanderwegen sein, son­dern eher eine Art Orientierungsmarsch durch die Pampa.
Wer von Euch schon mal im Wald war — das ist übri­gens drau­ßen und eine grö­ße­re Ansammlung von Bäumen und Dickicht — kann sich vor­stel­len, dass wir uns damit größt­mög­li­cher Gefahr aus­setz­ten. Freiwillig.

Ja. So abseits der übli­chen Routen zu stol­pern ist nicht von Pappe. Das geht schon los damit, dass man gar nicht weiss, wo man ist und vor allem, wohin man lau­fen soll.
Aber wie schon gesagt, bin ich ja frü­her begeis­ter­ter YPS-mit-Gimmick-Nerd gewe­sen (und wäre es bestimmt heu­te noch, wenn es den Scheiß noch geben würde).
Somit war das natür­lich alles kein Problem. Wir erkun­de­ten die Himmelsrichtungen nach der Wuchsrichtung der Bäume, die aber nach dem letz­ten Sturm irgen­wie an Riesenmikado erin­ner­ten. Also, doch den Magnetkompass und die pas­sen­de 15 Jahre alte Wanderkarte rausgekramt.

So rich­tig unheim­lich wird’s dann aber, wenn Du — umge­ben von den Geräuschen der Papageien und Makaken — das Gefühl bekommst in einem noch schlech­te­ren Blair Witch Project zu sein. Keine mensch­li­chen Geräusche. Nur Dein Atmen und das Gejammer der Kameraden: „Sind wir bald da?”
Und dann wur­de es stel­len­wei­se rich­tig gefähr­lich, als uns dann doch Menschen begeg­ne­ten. Ältere Herrschaften mit Wanderschuhen und ‑stö­cken, die schein­hei­lig freund­lich grüßten.
Jaaa, vor sol­chen muss man beson­ders auf der Hut sein. Alte Omis und Opis, die in Wirklichkeit fie­se Meuchelrentner sind, die einem mit dem Wanderstock auf den Schädel hau­en und dich elend blu­tend und ster­bend im Wald verscharren.
Soll’s ja schon gege­ben haben. Weil am schlimms­ten sind doch sowie­so die „net­ten” Nachbarn. Ruckzuck lan­det man da im Kochtopf.
Wir hat­ten ja nicht mal Pfeffer- und Salzspray dabei.

Okay, wir haben’s über­lebt. Sind wie­der daheim ange­kom­men. Fertig, aber zufrie­den, ein ech­tes Abenteuer erlebt zu haben.
Beim nächs­ten Mal ist aber wie­der der gan­ze elek­tri­sche Scheiß dabei, damit wir im Falle eines Meuchelmords wenigs­tens Spuren für die Ermittler im Internet hin­ter­las­sen kön­nen. Und ein Messer, Schnellfeuerwaffen oder Atombomben.
Wie auch immer. Hat Spaß gemacht.
Wir wer­den es wie­der wagen. Dann doku­men­tie­re ich aber mit ange­mes­se­nem Bildmaterial.
Wenn ich’s dann noch hoch­la­den kann.

Kommentare

Keine Kommentare.