Business-Gefasel

Nach der zum Erbrechen wiederholten, firmeninternen Umstrukturierung der Units (ehemals so etwas ähnliches wie Abteilungen) erhielten alle Member (ehemals so etwas ähnliches wie Angestellte) wieder einmal eine umfangreiche E-Mail, in der irgendein Manager (ehemals so etwas ähnliches wie ein Schülersprecher, der zwar einen vermeintlich wichtigen Posten besetzt, aber im Grunde nichts zu sagen hat) den Mitarbeitern zu erläutern versucht, was diese Umstrukturierung dem Unternehmen und jedem Einzelnen bringen soll.
Mit Absätzen und Einzelüberschriften, Einrückungen, Grafiken und vielen Anglizismen, die die Geschäftswelt heute so mit sich bringt, wird man gezwungen in einem Wust an beliebig aneinandergereihten Wörtern zu versinken.

Ja, beliebig. Denn jedes zweite Wort ist austauschbar. Es werden Maßnahmen ergriffen, Skills erweitert, Ziele gesteckt, Wege beschritten, Pläne geschmiedet, Visionen erdacht, Schwerpunkte gesetzt, Perspektiven ausgelotet, Portfolios ergänzt oder Know-How verbreitert.
Doch was daran ist denn neu? Was ist anders? War das nicht vor der Umstrukturierung auch schon so?
Warum bringen es Manager nicht einfach auf den Punkt und sagen ganz klar das, worum es am Ende wirklich geht?

Jedes Unternehmen will es schöner, besser, größer, weiter und aufregender als jedes andere Unternehmen machen. Im Umkehrschluss will das Unternehmen doch lediglich, dass möglichst viele Kunden den Scheiß kaufen, den es anbietet und dabei, wenn möglich noch einen Haufen Geld sparen. Alles andere sind gefaselte Füllstoffe, die ich nicht mehr hören kann, weil sie meinen Verstand anzweifeln und mit suggerieren wollen, für welch ein tolles Unternehmen ich doch arbeite. Doch sind andere Unternehmen genauso toll, ja sogar toller, am tollsten.

Das Unternehmen soll sich seine nichtssagenden Visionen, Perspektiven, Ziele, Skills, Maßnahmen, Schwerpunkte, Portfolios und Pläne hinstopfen, wo kein Licht mehr leuchtet und mich meine Arbeit machen lassen, für die ich bezahlt werde. Und ich mache dies nur aus einem Grund: WEIL ich dafür bezahlt werde.

Kommentare

Keine Kommentare.