Dieses Kfz-Kennzeichen ist in Bochum leider nicht verfügbar

Bochum, ich komm‘ zwar nicht aus Dir, aber man hört Deinen stählernen Pulsschlag auch in Rheinhessen. Mit Deinen Doppelpässen machst Du in der 2. Liga im Moment wohl keine Gegner nass, aber Deine Stadtväter sind dafür ständig auf Koks. Zumindest was die Vergabe von Autokennzeichen angeht.

Es zeugt schon von Zivilcourage, Autofahrern ein AH im Kennzeichen zu verweigern, weil das womöglich für Adolf Hitler stehen könnte. Gut so. Dem braunen Gesindel sollte man keine noch so kleine Plattform geben.

Doch fürchte ich, dass diese Maßnahme nicht konsequent genug ist. Rechtsradikalismus muss in allen Keimen erstickt werden. Daher plädiere ich dafür, dass auch die Buchstabenfolgen RH (Rudolf Hess), HG (Herrmann Göring) und JG (Joseph Göbbels) von den Nummernschildern verschwinden müssen. HH für „Heil Hitler“ oder gar Heinrich Himmler lasst Ihr ja schon weg. Sehr gut.

Trotz allem ist das noch lange nicht genug. Man muss diesbezüglich unbedingt weiter über den braunen Tellerrand blicken und sämtliche Initialen des namenhaften Schreckens verbieten.

Somit muss auch JS verboten werden, da sonst ein kleiner Josef Stalin hinterm Steuer sitzen könnte. Oder auch SH sanktionieren und potentiellen Saddam Husseins den Ölhahn zudrehen. Genauso dürfte BA kein Bochumer Fahrzeug mehr zieren, damit Möchtegern-Baschar al-Assads nie mehr die Straßen terrorisieren. Und ganz wichtig RM, um bloß nicht die Identifikation mit Robert Mugabe zu unterstützen.

Diktatoren kann man noch eine ganze Menge aufzählen, aber was ist mit den vielen anderen Bösewichtern dieser Welt. Es führen doch auf einmal lauter verkappte Anhänger von Serienmördern auf Bochums Straßen. Niemand wäre vor ihnen sicher. Unmöglich einen Zebrastreifen ruhigen Gewissens zu überqueren, wenn der Fahrer des Wagens mit BO-CM einen vermeintlich freundlich drüber winkt. Ein Tritt auf das Gaspedal im rechten Moment und die Ruhrnachrichten sprächen von einem gefährlichen Charles Manson auf Rädern.

Niemand würde ernsthaft mehr glauben, dass unter der gehäkelten Haube auf der Hutablage eines BO-FH eine Klorolle sei. Jeder fürchtete einen blanken Schädel präpariert von einem mutmaßlichen Friedrich Haarmann.

Kinder müssten sich auf dem Schulweg angstvoll an parkenden BO-JF vorbei mogeln, um bloß nicht 18 Jahre in Josef Fritzls Keller zu schmachten.

Und hinter jedem Fenster eines Schulbuchlagers, vor dem ein BO-LO abgestellt wurde, glaubt man zu hören, wie ein Lee Oswald das Gewehr durchlädt.

Da all das nicht genug sein kann, muss auch DV von der Liste möglicher Buchstabenkombinationen verschwinden. Kein Darth Vader sollte unter der verstaubten Sonne der Blume des Reviers seine Runden drehen.

Liebe Vertreter der Stadt Bochum, falls Euch am Ende möglicherweise die Autoschilder ausgehen, könnt Ihr ja immer noch nur Nummern verwenden. Aber achtet dann auf Zahlen wie zum Beispiel 666.

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