Bis zur nächsten Biegung.

Auf dem Weg durch den Wahnsinn – manche nannten es Leben – traf ich so den ein oder anderen, der sich zu mir gesellte. Mitlief. Redete. Zuhörte. Lachte. Weinte. Verständnis zeigte. Kritik warf.

Irgendwann aber, musste jeder an der nächsten Biegung eine andere Richtung einschlagen. Ich überlegte hin und wieder kurz, ob ich die Biegung ausschlagen und noch ein Stück mitlaufen sollte. War der andere Wahnsinnige ein guter Begleiter, ging ich vielleicht noch ein Stückchen mit. Manchmal war es umgekehrt. Meistens nicht.

Immer wieder blieben welche zurück. Jene, die nicht mehr weitergehen konnten oder einfach stehen bleiben wollten. Es gab wirre Momente, an denen ich gerne auch geblieben wäre, bei den Zurückbleibenden und Stehenbleibenwollenden und Nichtmehrweitergehenkönnenden. Doch der Wahnsinn hatte bereits die nächste Biegung gebogen, an der ich andere Richtungen einzuschlagen hatte.

Je mehr Richtungen ich ein- und ausschlug, umso weniger mochte ich zurück- oder stehenbleiben. Bis ich entschied, den vom Wahnsinn vorgeschlagenen Biegungen einfach weiter zu folgen. Sollten doch die anderen mit mir gehen oder es sein lassen. Ich haderte zwar immer noch – manchmal, aber immer seltener – doch ließ ich meine winkende Hand beim Weitergehen einfach langsam sinken und schaute nicht mehr zurück.

Hinter jeder Biegung bleibe ich nun einen Moment alleine stehen. Horche in die Stille und warte – manchmal hoffend, aber nie lange – ob nicht ein anderer um die Ecke biegt und eine Weile mit mir weitergehen würde.

Wer das wirklich möchte, der darf es gerne. Alle anderen dürfen einen großen Bogen bis zur nächsten Biegung machen. Jenen wünsche ich dann noch einen schönen Wahnsinn.

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