Anarchie. Jetzt!

Liebe Weltfremde,
sehr geehrte Lobbyisten,

oder sollte ich schlicht „Politiker“ sagen? Aber ich denke, im Grunde wissen Sie, wen ich meine, nicht wahr!? Nein?
Dann sind Sie womöglich noch ignoranter, als ich es vermute. Naja, eigentlich wundert es mich nicht mehr.
Nicht, dass ich wirklich alles nachvollziehen kann, was in der Politik und Wirtschaft passiert, geschweige denn, dass ich wüsste, wie man es besser machen könnte. Kein leichter Job. Das kapiere sogar ich. Doch ganz gleich wie viel man davon versteht, Vernunft und Logik verbieten genau all die Dinge, die Sie in den letzten Monaten und Jahren durcheinander bringen.
Für mich mutet es an, als wüssten Sie selbst nicht, was Sie da tun. Da dies aber wohl gegen Ihre Qualifikation für solch ein Amt spricht, mutmaße ich eher, dass es Sie einen Scheiß interessiert, wie es den Menschen geht, denen Sie solch unsäglichen Entscheidungen überbürsten. Leider sind mir meine eigene Zeit und meine Nerven zu kostbar, als dass ich jeden Mist hier aufzählen soll, den sie fabrizieren.
Oh, ich beschimpfe Sie? Ungerecht?
Das sollten Sie sich gefallen lassen, wenn Sie schon uns alle mit Füßen treten, uns in vielerlei Hinsicht unter Generalverdacht stellen und uns als Wutbürger über einen Kamm scheren.
Aber im Ernst, solange Sie all diejenigen verarschen und verarmen lassen, die sich nie haben etwas zu Schulden kommen lassen und am Ende jene belohnen, die jeden einzelnen betrogen haben, dann müssen Sie Wut und Ablehnung über sich ergehen lassen.
Sie wissen nicht wovon ich rede? Oh doch, das wissen Sie zu gut.
Ich nenne einfach mal ein paar Beispiele der jüngsten Vergangenheit: Ehrensold für Betrüger, Schadensersatz für Schwerverbrecher, Entschädigungen für Geldhinterzieher, Kapital für Schuldenverursacher…soll ich weitermachen?
Nein?
Im Gegenzug werden denen, die sowieso schon wenig haben, weitere Bezüge gestrichen, wird bei jedem Hilfsbedürftigen jeder Cent herumgedreht, wird Menschen, die täglich ehrlicher Arbeit nachgehen immer tiefer in die Tasche gegriffen.
Alles nichts neues? Traurig, was!?
Dass sich daran nichts ändert, zeigt mir, wie weit Sie sich bereits von den wirklichen Problemen der Wutbürger entfernt haben. Sie sitzen da oben und schauen auf eine gemütlich dahinwogende Masse Menschen, denen es wohl ziemlich gut geht. Ja, wenn man von hoch oben auf die Welt schaut, sieht alles friedlich aus. Viel Grün, viel Blau, kein Lärm, kein Stress. Schön, gell!?
Sie würden es hier unten jedoch keine Minute aus-, geschweige denn durchhalten. Unter den Bedingungen, die dieses Land immer mehr zugrunde richtet. Bedingungen, die Sie geschaffen haben und weiter schaffen.
Aus Ihrer Position sehen Sie wohl aber auch nicht, dass die Wutbürger ihre Bezeichnung nicht von Ungefähr haben. Mag sein, dass dies ebenfalls weit weg für Sie scheint, aber in den Diktaturen dieser Erde lehnen sich die Wutbürger gegen ihre Unterdrücker auf und scheuen noch nicht einmal mehr Tod und Teufel. Wir sind von solchen Mobs wohl noch ein gutes Stück entfernt, doch ist dies auch nur eine Frage dessen, wie lange wir Ihren Krug noch zum Brunnen tragen müssen.
Ich bin überzeugt davon, dass Sie alle versagt haben. Sie sind nicht in der Lage dieses Land so zu regieren, wie es für die Meisten von Nutzen sein kann. Das kapiert so gar jemand, der nur ein politisches Halbwissen besitzt.
Schauen Sie in die Vergangenheit und Sie werden sehen, dass das System, wie es jetzt noch existiert keinen Bestand haben wird und dass es bereits begonnen hat sich zu ändern.
Monarchie funktionierte nicht, Diktaturen funktionieren nicht, Nationalsozialismus funktionierte nicht, Sozialismus und Kommunismus funktionierten nicht. Nun kratzt man an der parlamentarischen Demokratie, an der freien Marktwirtschaft. Natürlich nutzen derzeit rechtspopulistische Arschgesichter die Lage aus und quetschen sich in die Risse der zerbröselnden Machtsysteme, doch wird sich das oder ähnliches, das wir bereits im Europa der Dreißiger und Vierziger des Zwanzigsten Jahrhunderts erleben mussten, niemand mehr gefallen lassen.
Heute wird noch über Parteien mit neuen oder neuartigen Strukturideen gewitzelt und gelacht, doch wird es die ein oder andere Gruppe geben, die diese Ideen ernst nimmt und sie weiterführt. Dann wird sich ein neuartiges System herausbilden. Welches das auch immer sein mag. Anarchismus? Wer weiß.
Womöglich wird auch solch ein System irgendwann gescheitert sein, dennoch wird es Zeit für etwas Neues. Wir Wutbürger möchten nämlich SO und mit Ihnen sicher nicht weitermachen. Wir möchten in keinem Land leben, wo Faschisten und Schwerverbrechern in die Hände gespielt wird, weil es von Faschisten und Schwerverbrechern regiert wird.
Harte Worte? Ja, auch das sollten Sie sich gefallen lassen. Sie haben Ihr Vertrauen verspielt, bevor Sie es von uns hätten bekommen können. Dabei wäre es sicher gar nicht so schwer, wenn Sie aus Ihrer hohen Position herabsteigen würden und sich auf Augenhöhe anschauen, wie es uns Wutbürgern wirklich geht.

In diesem Sinne.
Herzlichst
Ihr Wutbürger CFK

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