15. Türchen: Everlasting Kitschmas

Ein weiser Mann sagte einmal:

„Man sollte Weihnachten nicht vor dem Heilig Abend loben.“

Oder so ähnlich.
Aber sollte ich tatsächlich davon verschont bleiben? Verschont von Bindehaut reizenden Weihnachtshausverunschönerungen? Verschont von Ohrenschmalz fördernden Weihnachtsdissonanzen?

Auf meinem täglichen Weg nach und von Canossa über Pontius und Pilatus, zu Hinz und Kunz ist mir bisher nur wenig, ja erstaunlich wenig Geschmück an diversen Platten-, Einfamilien- und Sozialbauten aufgefallen. Kein hektisches Geblinke, keine Lichtorgien, keine aufgeblasenen Schneemänner, keine nur wenige Reinhold-Messner-Nikoläuse. Ist dies nun wirklich in Zeichen der Krise?
Wenngleich Baumarkt- und KIK-Dekorationen für die weihnachtliche Fassade den meisten noch aus dem letzten und vorletzten Jahr vorrätig sein sollten.

Und nicht nur optische Reize blieben bisher aus. Auch aus Kakophonien ist nicht viel zu hören. Keine mit Klingglöckchen gesampelten Rock- und Popsongs. Ja, selbst den all die Jahre immer wieder das Trommelfell ausleiernden George hörte ich seit „letzte Weihnachten“ nicht mehr.

Habe ich nur unbändiges Glück?
Halte ich mich unbewußt von all dem antiweihnachtlichen Kitsch fern?
Oder sind die Menschen endlich geläutert, von all dem Krampf, der Weihnachten und Advent regelrecht verhöhnt?

Ich hoffe es.
Wie gesagt. Es sind noch rund 9 Tage bis Heilig Abend.
Das schaffe ich. Ich muss es schaffen.

Kommentare

Keine Kommentare.