3./4. Türchen: Advent mit Gimmick

Ich sollte einmal im Jahr „Inventur“ machen. 
Mit der Zeit sammeln sich im Keller, auf dem Dachboden und in den hintersten Winkeln von Schubladen, Regalen, Schränken und unterm Bett so einige Dinge an, von denen ich meinte sie jemals noch einmal gebrauchen zu können.

Aber auch in den Gedanken sollte man aufräumen. Alte Ansichten wegwerfen und Platz machen für neue Ideen. Verlorenes vergessen. Trauriges hinter sich lassen. Glückliche Erinnerungen fein säuberlich einpacken und griffbereit lagern. Für miese Tage.

Denn braucht man tatsächlich mal wieder etwas, fängt die Sucherei an.
Jährlich um die Adventszeit, beginnt das gleiche Theater mit der Suche nach der angeblich beim letzten Mal ordentlich gepackten und beschrifteten Weihnachts-Deko-Kiste. Ich finde dann in den Lagerstätten allerlei Zeugs, das ich glaubte schon längst entsorgt zu haben. Nur nicht das, was ich wirklich suche. Doch verliere ich mich dann gerne im Gestöber der alten Sachen, schwelge in Erinnerungen und denke wehmütig „oh, Mann, was für’n Scheiß das war“.

Die Frau brauchte unbedingt „die goldfarbenen Drahtsterne“, um die Adventsdeko zu komplettieren und „die sind doch in der extra dafür eingeräumten Kiste“ und „die ist garantiert beschriftet“. Auf dem Dachboden sind alle Kisten beschriftet. Jedoch mit dem Inhalt, der irgendwann einmal darin war.
Also wird nahezu jeder Karton angefasst, geöffnet durchwühlt, wieder geschlossen und weggestellt. Zum Glück spielte ich früher gerne Sokoban. Somit ist dies eine der leichtesten Übungen für mich.

Und es lohnte sich. Nein, die Weihnachtssterne fand ich nicht, aber dafür einen Stapel alter Comichefte, die ich natürlich nicht wieder in die Kisten packte. Darunter auch diese beiden etwas zerfledderten YPS-Ausgaben mit dem wohl berühmt-berüchtigsten Gimmick überhaupt.

Sensationsfund vom Dachboden (Klick für Zoom)

Nächstes Jahr wird ausgemistet, inventarisiert und alles dokumentiert, damit wir nicht jedes Jahr lange suchen müssen. Unbedingt. Also, mit großer Wahrscheinlichkeit. Naja, mal sehen.

Die Weihnachtssterne waren übrigens in einer Bastelkiste, die ganzjährig griffbereit im Wohnzimmer zu finden ist. Ich liebe die Adventszeit.
Nicht.

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