Ein neues Netz muss her

Was habe ich die Fresse voll von diesen halb- und nichtswissenden Idioten aus Wirtschaft und Politik, die mir „mein“ Internet madig machen. Ja, irgendwie ist es mein Internet, das ich schon nutze und befülle bevor irgendeiner der oben genannten Schwachköppe überhaupt wussten, was das Internet überhaupt ist. Seit mind. 1993, dem Beginn des Internets in Deutschland, bin ich „online“. Nein, stimmt nicht. Sogar schon früher im sogenannten Mailbox- und im Fido-Net.

Und nun kommen solche Trottel, wie Friedrich, Kauder und viele andere daher und machen Gesetze für etwas, das sie nicht verstehen. Mal abgesehen, dass ich sowieso nicht überzeugt bin, dass Politiker schlechthin etwas kapieren.

Ja, es gibt eine Menge anderer Hirnamputierter, die dafür sorgen, dass Politiker mit ihrem dummdreisten Aktionismus das Netz noch mehr kaputt machen. Das Internet ist Tummelplatz für allerlei Tagdiebe, Räuber und organisierte Kriminelle. Doch bringen Verbote im Grunde genau das Gegenteil. Ein internationales Netzwerk kann nicht alleine von einzelnen Ländern reguliert werden. Außer Europa und Amerika möchten Zustände wie z.B. in China, wo das nationale Netz kontrolliert und restriktiert wird. Genau darauf laufen hiesige Maßnahmen und Ideen dieser Anfänger im Kabinett am Ende hinaus.

Aber womöglich wollen die das auch. Nur eben über den Weg „rechtsstaatlicher“ Mittel, um am Ende alles legitimieren zu können.
Ich sehe ein, dass das Netz nicht gänzlich frei sein kann. Eben weil es viel Schindluder gibt und geben wird. Doch Restriktionen sind meines Erachtens fehl am Platz. Eine vernünftige Verbrechensbekämpfung und Maßnahmen gegen Mißbrauch des Netzes und deren Inhalte beginnt „offline“. Es sind Menschen, die Böses tun. Nicht das Netz ist böse. Und diese Menschen sitzen „vor“ dem Rechner und nicht „im“ Netz.

Politiker sollten endlich verstehen wollen, dass technische und gesetzliche Regulierungen bei genügend kriminellem Interesse nahezu problemlos umgangen werden können. Macht endlich Eure Hausaufgaben und gebt Euch Mühe das Netz und seine Technik zu verstehen und dann kommt mit vernünftigen Vorschlägen. Und vor allem setzt Euch mit Leuten zusammen, DIE davon etwas verstehen.

Aber ich habe wenig Hoffnung, dass das jemals besser wird. Alternative sehe ich in einem neuen und eigenständigen Netzwerk. Neben oder „unter“ dem Internet. Eine Art „Subspace“. Ich denke, dass dies funktionieren kann. Ich bin auch überzeugt, dass es genügend kluge Köpfe gibt, die in der Lage wären dieses Netz aufzubauen. Und genügend Leute, die bereit wären mitzumachen. Dann würden diese Torfmützen von Politiker noch dümmer aus der Wäsche schauen.

Vielleicht gibt es so ein Netzwerk ja auch bereits. Wer weiß.

Kommentare

  • Toller Artikel und ein meinungsspaltendes Thema.

    Ich bin der Meinung, dass sich sowohl Wirtschaft, als auch Politik gänzlich aus dem „Netz“ rauszuhalten haben. Und egal was alle Weisen da draussen erzählen. Das Netz ist noch nie ein rechtsfreier Raum gewesen. Kriminalität entsteht in den Köpfen der Täter. Und die sitzen in der realen Welt. Heute werden halt Verbindungen durch „das Netz“ zum kommunizieren genutzt.

    Wenn wir ehrlich sind, wissen wir, warum die Politik „das Netz“ mit allen Mitteln zu regulieren versucht.
    Es geht um Kontrolle. Kontrolle der Medien. Da Informationen heute durch das Netz schneller verbreitet werden, muss dieser Kommunikationsweg reguliert und kontrolliert werden. Der einfach Bürger – der User – kann nicht einfach mit der Wahrheit konfrontiert werden, was Informationen angeht. Es muss gefiltert werden. Wo früher TV und Printmedien mit Informationen gefüttert wurden, wie es die Politik und Wirtschaft für richtig hielt, muss das gleiche heute im Netz passieren.

    Weiterhin sehe ich es als wahrscheinlich an, dass der Bürger und User überwacht werden muss. Unser einst geliebtes Vaterland besteht inzwischen aus 80 Mio Straftätern. Zu Zeiten der DDR waren alle geschockt, welche Möglichkeiten und Fähigkeiten die Stasi besaß, alternierende und antisozialistische Bürger wieder ins sozialistische Leben einzugliedern oder zu eliminieren. Ich sage, das war erst der Anfang.

    • Danke Michael,
      das ergänzt meinen Artikel um eine Kernaussage, die noch fehlte.
      Dem stimme ich voll zu.
      Dennoch ist Politikern immer noch nicht klar geworden, dass die „echten“ Kriminellen sich einen Dreck um die Regulierung und Kontrolle des Netzes scheren und IMMER Wege finden diese für Ihre Zwecke zu nutzen. Wobei ich sogar mutmaße, dass (gemäß Deines Kommentars) Politiker gar nicht wirklich daran interessiert sind Verbrechen zu bekämpfen, sondern dies nur als fadenscheiniges Argument hochhalten.
      Umso mehr sollte man sich über ein neues Netz Gedanken machen. Ich halte diese Idee für gar nicht so abwegig.

  • Bin da voll und ganz deiner Meinung. Und ich mag hinzufügen, dass die juristischen Verbote und Gebote des Internets von den genannten ‚Tagdieben, Räu­bern und orga­ni­sierten Kri­mi­nellen‘ ohnehin schon umgangen werden. Von simplen Fake-IDs bis hin zu Proxy-Netzwerken und höheren technischen Maßnahmen ist so einiges vorhanden um etwaige Gaunereien geheim zu halten und eben jede technische und rechtliche Barriere zu umgehen. Jeder vom halbwegs fähigen „Skript-Kiddie“ bis hin zum hochqualifizierten Internetkriminellen, wird kaum ein Augenzwinkern auf neue Gesetze verschwenden.